Am letzten Samstag hatte ich Dank Andreas Tunkel die Möglichkeit an meiner ersten FIST Prüfung teilnehmen zu können. Um ehrlich zu sein, ich hatte mir natürlich schon überlegt, ob sich die weite Anreise nach Bad Zwischenahn wirklich lohnen würde. Ich wurde dort aber in mehrfacher Hinsicht positiv überrascht. Im Zentrum des FIST Sports erwartete mich ein Dojo der Extraklasse im asiatischen Stil mit viel Atmosphäre und überaus netten, offenen  Menschen. Ich erfuhr dann auch direkt, dass wegen der Schweinegrippe nur 4 Prüflinge teilnehmen würden. Ich dachte mir, „ na das wird ja dann eine schnelle Sache“ . Aber weit gefehlt. Die schnelle Sache dauerte dann glatte 2 Stunden an reiner Prüfungszeit für uns 4 Personen zum 1. / 3. / 6. und 7 . FIST Grad.

Mein Horizont  hingegen wurde schnell erweitert, da es sich die Prüfer nicht nehmen ließen, ihr Improvisationstalent zu zeigen. Eine Rückwärtsrolle in der Fallschule kennt schließlich jeder. Sitzt man jedoch in einem Korbstuhl und stößt einen der freundliche Prüfer samt Stuhl nach hinten, bis er kippt, wird die Sache schon interessanter.

Für die höheren Grade war es auch eine Herausforderung besonderer Art, eine zu schützende Person unbehelligt durch die Gasse mit 2 Aggressoren zu führen, wenn einem zuvor die linke Hand auf den Rücken gebunden wurde. Auch musste man durchaus damit rechnen,hinterrücks vom Prüfer angegriffen zu werden, obwohl vor einem die nächste Aufgabe wartete. Alles nicht böswillig gemeint, aber doch sehr realitätsnah. So wie FIST eben sein soll.

Prüfer Bogdan demonstrierte dann auch schnell den Unterschied zwischen Technik und Kondition. Die Aufgabe ihn innerhalb von 3 Minuten ohne Tritte und Schläge zu Boden zu bringen, konnte auch von durchaus trainierten  Kampfsportlern nicht gelöst werden. Während die Prüflinge nach Luft rangen, sagte er nur „ der nächste bitte“ .

Mir war es dann vorbehalten mit Prüfer Thorben ein Kämpfchen dem sogenannten Aktion gleich Reaktion zu absolvieren. Lösen aus der ersten Umklammerung, rein in den nächsten Würgegriff, ein bisschen Bodenkampf , wieder aufstehen , und das Ganze dann 3 Minuten lang. Anschließend wird einem bewusst, wie wichtig doch die Luft zum atmen ist.

Halten einen 2 Angreifer fest, während man auf dem Boden liegt, nennt man das im FIST dann Lösen aus Standardsituationen. Ich kann nur bestätigen, das ist eine tolle Sache. Die wirklich netten Prüfer lassen natürlich erst dann los, wenn der Hebel auch Wirkung zeigt.

Den höheren Graduierungen waren dann auch die Abwehr von Stock- oder Messerangriffen vorbehalten.

Als Motto des Tage konnte dann durchaus gelten : Jeden fordern bis an die Grenze, aber niemanden überfordern , getreu dem FIST Motto der Verhältnismäßigkeit : so wenig wie möglich, soviel wie nötig !

Thilo

Kommentieren ist momentan nicht möglich.